In den nun freigegebenen JFK-Akten taucht erstmals ein Bezug zum Mossad auf! Israel wollte in seiner Kernforschungsanlage Dimona ab Anfang der 1960er Jahre Atombomben bauen. Doch US-Präsident Kennedy intervenierte und verlangte Inspektionen, um das Projekt zu stoppen. War dies sein Todesurteil? Ein Auszug aus Thorsten Schultes sensationellem Enthüllungsbuch „Die große Täuschung“. Nach Freigabe der JFK-Akten aktueller denn je! Hier mehr erfahren.
_ von Thorsten Schulte
Dem aus einem jüdischen Elternhaus stammenden Enthüllungsjournalisten und Pulitzer-Preisträger Seymour Hersh und seinem Buch „Atommacht Israel. Das geheime Vernichtungspotenzial im Nahen Osten“ (1992) verdanken wir Informationen über ein Treffen von John F. Kennedy mit vermögenden Juden während des Präsidentschaftswahlkampfes 1960.
US-Gesundheitsminister Abraham Ribicoff habe damals mit Abe Feinberg Kontakt aufgenommen, in dessen Apartment im Hotel Pierre ein Treffen mit etwa zwanzig führenden Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Finanzwelt stattfand. Die Gruppe einigte sich laut Hersh auf eine erste Spende von 500.000 Dollar für Kennedys Kampagne und stellte eine weitere in Aussicht.
„Ich rief ihn {Kennedy} sofort an“, sagte Feinberg und erklärte: „Ihm versagte die Stimme. Er war gerührt vor Dankbarkeit.“ Hersh weiß jedoch zu berichten, dass Kennedy am nächsten Morgen zum Haus des befreundeten Kolumnisten Charles Bartlett im Nordwesten Washingtons fuhr und ihm von der Sitzung erzählte.
Laut Bartlett sei JFK alles andere als dankbar gewesen. Dieser habe ihm, so Hersh, während eines gemeinsamen Spazierganges eine gänzlich andere Schilderung gegeben: „Als amerikanischer Bürger war er darüber empört“, erinnerte sich Bartlett an die Worte des späteren Präsidenten, dass einige Zionisten zu ihm gekommen waren und gesagt hatten: „Wir wissen, dass Sie Schwierigkeiten mit Ihrem Wahlkampf haben. Wir sind bereit, Ihre Rechnungen zu bezahlen, wenn Sie uns dafür die Kontrolle über Ihre Nahost-Politik überlassen.“
Die Schlacht der Briefe
Das National Security Archive ist eine nicht-profitorientierte Nichtregierungsorganisation und Forschungs- und Archivierungseinrichtung an der George Washington University in Washington D. C. Sie wurde 1985 vom Journalisten Scott Armstrong gegründet. Am 2. Mai 2019 veröffentlichte man unter der Überschrift „Die Schlacht der Briefe, 1963: John F. Kennedy, David Ben-Gurion, Levi Eschkol und die US-Inspektionen von Dimona“ unzählige Dokumente.
Hier eine sehr aussagekräftige Passage:
„Ab April 1963 bestand Kennedy darauf, dass die israelische Führung regelmäßige halbjährliche US-Inspektionen, oder in der Diplomatensprache ‚Besuche‘, des israelischen Atomkomplexes in Dimona in der Negev-Wüste akzeptierte. Premierminister David Ben-Gurion und sein Nachfolger Levi Eschkol versuchten, sich den Inspektionen zu entziehen und sie zu vermeiden, aber Kennedy übte beispiellosen Druck aus und informierte sie unverblümt in einem fast ultimativen Ton, dass Washingtons ‚Engagement und Unterstützung Israels (…) ernsthaft gefährdet‘ werden könnten, wenn man glaubte, dass die US-Regierung keine ‚zuverlässigen Informationen‘ über den Dimona-Reaktor und Israels nukleare Absichten erhalten könnte.“
In dem Bericht wird ebenfalls erklärt, warum das alles in den Sechziger-, Siebziger- und Achtzigerjahren den Historikern und der Weltöffentlichkeit verborgen blieb: „Einige der Dokumente im heutigen Beitrag, wie die Korrespondenz zwischen Kennedy, Ben-Gurion und Eschkol, wurden in den Neunzigerjahren in US-amerikanischen oder israelischen Archiven freigegeben, waren aber nicht allgemein zugänglich.“

Im weiteren Verlauf des Berichts heißt es über einen Brief Kennedys vom Juni 1963: „Rückblickend lief dieser Austausch auf eine Konfrontation zwischen dem Präsidenten der Vereinigten Staaten und den Ministerpräsidenten Israels über die Zukunft des israelischen Atomprogramms hinaus. Der Höhepunkt dieser Konfrontation war Kennedys Brief vom 15. Juni, den Botschafter Barbour am nächsten Tag an Ben-Gurion übergeben sollte. Der Brief enthielt detaillierte technische Bedingungen, in denen Kennedy darauf bestand, dass die halbjährlichen US-Besuche durchgeführt werden sollten. Der Brief kam einem Ultimatum gleich.“
Der Showdown
Gerald M. Steinberg, Professor für Politikwissenschaften am BESA Center for Strategic Studies der Bar-Ilan Universität in Tel Aviv, hat über den Konflikt zwischen Kennedy und Ben-Gurion über Israels nukleare Ambitionen geschrieben. Sein Aufsatz „Israel and the United States: Can the Special Relationship Survive the New Strategic Environment“ wurde in der Dezemberausgabe 1998 der von Bar-Ilan herausgegebenen Zeitschrift The Middle East Review of International Affairs veröffentlicht. Steinberg schreibt:
„Zwischen 1961 und 1963 übte die Kennedy-Administration großen Druck auf Ben-Gurion aus, um die Zustimmung zu einer internationalen Inspektion von Dimona und den Verzicht Israels auf die Atomwaffenoption zu erreichen. Dieser Druck änderte offenbar nichts an der israelischen Politik, trug aber zum Rücktritt Ben-Gurions im Jahr 1963 bei.“
Avner Cohen, ein israelischer Philosoph und Autor, veröffentlichte 1998 sein Buch „Israel and the Bomb“. Er zeichnet nach, wie der Konflikt zwischen JFK und Ben-Gurion 1963 seinen Höhepunkt erreichte. Unter der Überschrift „Die letzte Konfrontation“ schreibt Cohen einleitend über Kennedys Brief:
„In Israel wurde Kennedys Brief vom 18. Mai als ‚hart‘, ja sogar ‚brutal‘ empfunden, sowohl was den Inhalt als auch die Form betrifft. Man ging davon aus, dass Kennedy sich gegen die Entwicklung von Atomwaffen durch Israel aussprach, nicht nur gegen die Herstellung von Atomwaffen selbst. (…) Ein neuer Showdown über Dimona zeichnete sich ab.“
Und weiter: „In seiner Antwort an Kennedy musste Ben Gurion eine Entscheidung treffen: entweder eine unabhängige nukleare Abschreckung ohne die Vereinigten Staaten oder ein Engagement der USA für Israels Sicherheit ohne eine unabhängige nukleare Abschreckung. Ben Gurion wollte beides, aber genau das lehnte Kennedy ab.“
Die Bombe wird gebaut
Kennedy wurde nach der „finalen Konfrontation“ am 22. November 1963 umgebracht! Die von ihm für den Frühsommer 1963 vorgesehenen US-Inspektionen der israelischen Atomanlage kamen nicht zustande. Seymour Hersh enthüllte, was danach geschah:
„Mitte 1964 war der Reaktor schon seit zwei Jahren in Betrieb, und die Wiederaufbereitungsanlage mit ihren ferngelenkten Laboratorien und computergesteuerten Maschinen war so weit fertiggestellt, dass sie mit der Produktion von waffenfähigem Plutonium aus den verbrauchten Uranbrennstäben des Reaktors beginnen konnte. (…) Israel überließ nichts dem Zufall: Die amerikanischen Kontrolleure – vorwiegend Experten auf dem Gebiet der atomaren Wiederaufbereitung – wurden in ein Potemkinsches Dorf geführt und merkten es nicht. Das simple Täuschungsmanöver der Israelis basierte auf Plänen, die sie von den Franzosen bekommen hatten: Sie bauten in Dimona einen ‚Kontrollraum‘ und statteten ihn komplett mit falschen Kontrollanzeigen und computergesteuerten Messgeräten aus, die zum Schein die Wärmeleistung eines mit voller Leistung gefahrenen 24-Megawatt-Reaktors (was die Anlage in Dimona angeblich sein sollte) anzeigten.“
Kommen wir noch einmal zurück auf die Berichte von Hersh. Carl Duckett war 1968 als Abteilungsleiter für Wissenschaft und Technik der CIA tätig. Bei einem Abendessen mit dem berühmten Atomphysiker Edward Teller teilte dieser ihm mit, er sei nach seiner Rückkehr aus Israel davon überzeugt, dass das Land mehrere einsatzbereite Atombomben besitze.
Duckett wollte in einem streng geheimen Bericht darlegen, dass Israel eine Atommacht sei. Laut Hersh verbot CIA-Chef Richard Helms Duckett, den Bericht in irgendeiner Form zu veröffentlichen und erklärte, er selbst werde dem Präsidenten die schlimme Nachricht überbringen. Demzufolge ging Helms dann ins Oval Office und überreichte dem Nachfolger John F. Kennedys die Informationen. Hersh berichtet: „Johnson war außer sich vor Wut und forderte Helms auf, das Dokument zu vernichten. Niemand sonst darf davon erfahren, nicht einmal {Außenminister} Dean Rusk und {Verteidigungsminister} Robert McNamara.“
Die Leerstelle bei Oliver Stone
Oliver Stones Film „JFK – Tatort Dallas“ war 1991 ein weltweiter Publikumserfolg. Der antizionistische Autor und Radiomoderator Michael Collins Piper schreibt in seinem Buch „Final Judgment“:
„Es gibt jedoch noch eine letzte interessante Tatsache über Oliver Stone und seinen viel beworbenen Film, die Erwähnung verdient. Obwohl Stone zweifelsohne das unbestreitbar talentierte kreative Genie war, das für JFK verantwortlich zeichnete, muss man sich immer vor Augen halten, dass in der Filmindustrie letztlich das Geld schlicht und einfach darüber entscheidet, ob ein Film gedreht wird oder nicht. Die alles entscheidende Aufgabe, die Finanzierung zu arrangieren, fällt dem Produzenten des Films in den Schoß. Schaut man sich den Abspann von Stones JFK an, so findet man den Namen von Arnon Milchan als Executive Producer aufgeführt.“
Wer ist Milchan? Warum ist sein Name relevant für unsere Untersuchung der Fakten über Israels Rolle in der JFK-Attentatsverschwörung und die Art und Weise, in der Oliver Stone diesen kritischen Faktor unterdrückt hat? Laut dem liberalen Journalisten Alexander Cockburn, der am 18. Mai 1992 in The Nation schrieb, wurde Milchan, „in einem israelischen Bericht von 1989 als ‚wahrscheinlich {Israels} größter Waffenhändler‘ bezeichnet“.
Cockburn weiter:
„Wir haben also eine Mossad-Figur im Zentrum des israelischen Nuklearentwicklungsprogramms, die zusammen mit seinen französischen Partnern einen Film finanziert, der (…) nicht ein einziges Mal auf JFKs erbitterten Konflikt mit Israel hinweist, insbesondere auf den Kampf um Israels Bestreben, ein Atomwaffenarsenal aufzubauen.“
Selbst die deutsche Wikipedia schreibt über den Produzenten:
„Milchan war außerdem von der Mitte der 1960er Jahre bis Mitte der 1980er Jahre für den israelischen Geheimdienst Mossad tätig.“
Am 18. Juli 2011 erschien in der großen israelischen Tageszeitung Haaretz der Artikel „Hollywood Producer was an Israeli Nuclear Agent“. Darin heißt es zu Beginn: „Einer neuen Biografie zufolge wurde Arnon Milchan, ein enger Freund israelischer Premierminister und Hollywood-Stars, von Schimon Peres angeworben, um Ausrüstung für das angebliche israelische Atomprogramm zu kaufen.“
Michael Collins Piper fragt in seinem Buch Final Judgment: „Ist es vor diesem Hintergrund wirklich zu weit hergeholt zu vermuten, dass Oliver Stones ‚Interpretation‘ der JFK-Attentatsverschwörung in Wirklichkeit eine höchst raffinierte Form schwarzer Propaganda war, die mit Geldern des Mossad finanziert wurde? War der massive Medienrummel um Stones Film eine Art ‚begrenzter Hangout‘ im Auftrag Israels und seiner Verbündeten in der CIA? (…) Das werden wir natürlich nie erfahren.“
Brandaktuell: In den nun freigegebenen JFK-Akten taucht erstmals ein Bezug zum israelischen Geheimdienst Mossad auf! In seinem sensationellen Enthüllungsbuch „Die große Täuschung“ verfolgt Bestsellerautor Thorsten Schulte genau diese Spur – und kommt einer schockierenden Verschwörung auf die Schliche. Musste Kennedy sterben, weil er Israels Atombombe verhindern wollte. Hochbrisant! Hier bestellen.